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Nationaler Feiertag

Shōgatsu: das japanische Neujahr

Shōgatsu ist Japans wichtigster Feiertag: eine ruhige, hoffnungsvolle Zeit mit Schreinbesuchen, besonderem Essen und Familientreffen, in der das neue Jahr mit Sorgfalt und guten Wünschen begrüßt wird.

Tempelgebäude und Papierlaternen in Tokio

Foto: ayumi kubo / Unsplash

1.–3. Januar

In ganz Japan, zu Hause, in Schreinen und Tempeln; viele Menschen reisen in ihre Heimatorte.

Das Haus putzen, Osechi und Ozōni essen, zum Hatsumōde einen Schrein oder Tempel besuchen und Neujahrskarten verschicken.

Akemashite omedetō gozaimasu: Frohes neues Jahr

Ursprung und Bedeutung

Shōgatsu, oft auch Oshōgatsu genannt, ist der wichtigste Feiertag des japanischen Jahres. Traditionell bereiteten sich die Haushalte darauf vor, Toshigami willkommen zu heißen, die Gottheit des neuen Jahres, die nach altem Glauben eine gute Ernte und den Segen der Ahnen brachte. Japan verlegte sein Neujahr auf den 1. Januar, als es 1873 den gregorianischen Kalender einführte, und die ersten drei Tage, sanganichi genannt, sind bis heute eine Zeit der Ruhe und der Familie.

Wie heute gefeiert wird

Die Vorbereitungen beginnen Ende Dezember mit einem gründlichen Hausputz, dem ōsōji. An Silvester, ōmisoka, essen viele Familien Toshikoshi-Soba und hören zu, wie die Tempelglocken läuten, traditionell 108-mal. In den ersten Januartagen machen Millionen Menschen hatsumōde, den ersten Schrein- oder Tempelbesuch des Jahres, um für Gesundheit zu beten und neue Schutzamulette zu kaufen. Karten namens nengajō werden so verschickt, dass sie am 1. Januar ankommen, und jüngere Familienmitglieder erhalten oft otoshidama, kleine Geldgeschenke in verzierten Umschlägen. Die Bräuche unterscheiden sich je nach Region und Haushalt: Manche Familien reisen in ihre Heimatorte, andere feiern im kleinen Kreis, und viele genießen einfach eine seltene Pause von der Arbeit.

Essen, Musik und Symbole

Im Mittelpunkt steht Osechi Ryōri, eine Auswahl an Gerichten in Lackkästen, von denen jedes einen Wunsch trägt: schwarze Bohnen für gute Gesundheit, Heringsrogen für viele Nachkommen, Garnelen für ein langes Leben. Ozōni, eine Suppe mit Reiskuchen, ist von Region zu Region sehr verschieden: Im Osten sind klare Brühe und eckige Mochi üblich, Kyoto ist dagegen für weißes Miso und runde Mochi bekannt. An Eingängen sieht man kadomatsu-Gestecke aus Kiefer und Bambus und shimekazari-Strohschmuck, im Haus einen kagami mochi aus zwei gestapelten Reiskuchen mit einer Bitterorange obenauf. In Geschäften und im Fernsehen erklingt oft sanfte Koto-Musik.

Drei Möglichkeiten, den Geist von Shōgatsu gemeinsam zu erleben:

  • Kochen Sie ein einfaches Ozōni: Bereiten Sie eine leichte Dashi-Brühe mit Gemüse zu und geben Sie geröstete Reiskuchen hinein, in kleine Stücke geschnitten, damit man sie sicher essen kann.
  • Schreiben Sie Neujahrskarten: Gestalten Sie eigene Nengajō mit dem Tierkreiszeichen des Jahres und schicken Sie gute Wünsche an Freunde und Verwandte.
  • Probieren Sie Kakizome: Traditionell schreibt man am 2. Januar ein Wort oder einen Wunsch für das Jahr in Kalligrafie. Pinsel und Tusche oder auch ein dicker Filzstift genügen.

Von Ende Dezember bis etwa zum 3. Januar sind viele Büros und manche Geschäfte geschlossen, planen Sie also vorausschauend. Vor Neujahr sagt man yoi otoshi o (einen guten Jahresausklang), danach akemashite omedetō gozaimasu. Hat eine Bekannte oder ein Kollege im Laufe des Jahres einen Angehörigen verloren, befindet sich die Person vielleicht in Trauer und feiert nicht: Verzichten Sie dann auf den fröhlichen Gruß und die Neujahrskarte und finden Sie stattdessen ein leises, freundliches Wort.

  1. Lernen Sie zuerst ein paar Wörter. Ein Gruß in der Sprache Ihres Gegenübers zeigt, dass Sie sich Mühe geben.
  2. Beobachten Sie, bevor Sie sich anpassen. Achten Sie darauf, wie Menschen grüßen, sich treffen und entscheiden.
  3. Fragen Sie, statt anzunehmen. Jedes Team ist anders, klären Sie also, wie Ihre Kollegen am liebsten arbeiten.
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Warum sind die Schreine Anfang Januar so voll?

Hatsumōde, der erste Schrein- oder Tempelbesuch des Jahres, zieht in den ersten drei Tagen Millionen Menschen an. Große Schreine können extrem voll sein, deshalb gehen viele erst später in der ersten Woche oder wählen einen ruhigeren Schrein in der Nachbarschaft.

Was gehört zu Osechi Ryōri?

Osechi ist eine Auswahl vorab zubereiteter Gerichte, damit sich alle über die Feiertage ausruhen können. Typisch sind süße schwarze Bohnen, Heringsrogen, gerolltes Omelett und geschmortes Gemüse, wobei der Inhalt je nach Region und Familie variiert.

Ist das japanische Neujahr dasselbe wie das Mondneujahr?

Nein. Seit 1873 feiert Japan Neujahr am 1. Januar nach dem gregorianischen Kalender. Das Mondneujahr ist in Japan kein nationaler Feiertag, wird aber in einigen Gemeinschaften gefeiert, etwa in der Chinatown von Yokohama.